Eine eigenständige volontäres Raum Transformation und Community entwicklung von Peter Petersen (FCR & 3DDZR)
Mit unabhängiger volontäres Engagement von:
3DDZR Gründerkollegen (2014-2018)
Sofia Mellino (2019–2024)
Rosa Michael (2022–2024)
und die gesamte Community und Frei Szcene, das die 3DDZR & FCR TEAM im Laufe der Jahre entwickelt hat (2016–2023).
Die Vermietung des Gebäudes wird vom Kunsthaus Essen e.V. organisiert und vom Kulturamt Essen im Rahmen der Atelierförderung finanziert.
Weitere Informationen findest du hier
Alle Informationen auf dieser Seite basieren auf den Tätigkeitsberichten von 3DDZR & FCR TEAM für den Zeitraum 2017–2024. Die Dokumente kannst du am Ende dieser Seite einsehen.
Gründung 2012
Das Atelierhaus Schützenbahn wurde in 2012 eingerichtet um Hausbesetzungen und Protesten aus der Kunstszene in Essen zur Kulturhauptstadt in 2010 zu begegnen, die Ziele wurden verbunden mit den Bestrebungen, die Essener nördliche Innenstadt mit Hilfe von kreativer Schaffenskraft neu zu beleben. Nach monatelanger Berichterstattung über die Protestbewegung und den gescheiterten Versuch, einen offenen und partizipativen Kulturraum nach Vorstellungen der KünstlerInnengruppe zu öffnen, der offiziellen Einweihung des Kreativ Quartier in 2011 und dem Artwalk in 2013 wurde es medial ruhig um das Haus an der Schützenbahn.
Ende 2014 zog Peter Petersen, Gründer des 3D Druckzentrum Ruhr mit seinem Gründerkollegen in das Atelierhaus ein.
Ernüchterung 2014 - 2016
2014/2015 bot sich beim Einzug ins Haus ein desolater Zustand: Eine zerstrittene Community, getrennt nach Studenten der Folkwang Akademie der Künste und vereinzelten Künstlern aus der Protestbewegung, sowie einzeln hinzu kuratierten Bewerbern, verdreckte und zerstörte Räume, sowie ein vernichtendes Image des Hauses bei Kollegen und Institutionen in der Region. Die Lagerflächen wurden größtenteils für Sperrmüll genutzt, die Multifunktionsräume besaßen überhaupt keine Ausstattung, weder Beleuchtung, noch Galerieleisten, noch Präsentationsmaterial, größtenteils nicht einmal funktionierende Steckdosen. Die technische Grundausstattung bestehend aus einem Fernseher, zwei Boxen und ein paar Kabeln war aus Sicherheitsgründen weggeschlossen und eine selbstständige Nutzung durch die Künstler nicht möglich. Während in der Presse über punktuelle Erfolge berichtet wurde, wurde auf den Bildern stets der beflaggte Eingang des Hauses gezeigt. Das Innere war oft nicht zu betreten.
Im Jahr 2015 entstand das allererste Whitepaper zum Thema FCR.
Darin beschrieben wir unsere Vision einer nachhaltigen Stadtentwicklung
durch echte Partizipation und Empowerment
Bereits seit 2016 bot Peter Petersen mit seinen Projektpartnern des 3D Druckzentrum Ruhr (jetzt Future Campus Ruhr) volontäres Engagement zur Müllentsorgung, sowie Vermittlung zwischen Community und Träger an und es folgte 2017 die Vorlage des Konzeptes zur Transformation durch 3DDZR.
Ende 2017 wurde in multilateralen Gesprächen zwischen Künstlercommunity, Träger, Kulturdezernent und Verwaltung eine gemeinsame Experimentierphase beschlossen, die Ansätze wurden 2018 dem Kulturausschuss vorgestellt.
Das Konzept des 3DDZR und die Ansätze aus dem Projektpapier “Raum für Kunst” sowie die Satzung und der Kooperationsvertrag des Kunsthaus Essen e.V. waren bereits in großen Teilen kongruent, und so setzte man sie nun mit Hilfe der eigenen digitalen Kompetenz und innovativer Methoden aus dem Bereich der Start-Up Branche um. Begriffe wie SCRUM, Agile- und Lean- Start-up wurden erfolgreich auf die lokale Kreativszene im Atelierhaus übertragen, die innerhalb kürzester Zeit massive Sprünge in der Qualität und Quantität der Projekte machte.
Im Jahr 2018 machen Peter and his peers ihre Vision wahr und verwandeln eine verfallene Infrastruktur in einen vielseitigen kreativen Ort für alle Bürger Essens und darüber hinaus.
Physische Transformation
Ab 2018 erfolgte eine rasante Transformation des Hauses durch die Community um Peter Petersen, das 3D Druckzentrum Ruhr und das Atelierhaus, die ihres Gleichen sucht. Die Räumlichkeiten sind seit dieser Zeit nicht wieder zu erkennen.
Mehr und mehr Besucher kamen in das Haus, auch solche, die vorher nicht mehr freiwillig das Haus betreten hatten, nachdem sie dort im Zeitraum zwischen 2013 und 2016 zu Gast waren.
Als erstes wurden die Kapazitäten an Produktionsräumen für kreatives Schaffen aller Genres ausgebaut:
Steckdosen und Beleuchtung wurden instand gesetzt, die verschimmelte Küche im Foyer herausgerissen und eine Lange Wand im Foyer gezogen, um den Raum optisch zu vergrößern und geeignete Stauräume für Bestuhlung und
anderes Mobiliar einzurichten. Ein Tonstudio wurde eingerichtet, eine voll ausgestattete Siebdruckwerkstatt inklusive eigener Belichtungsanlage zur Herstellung eigener Siebe, professionelles Präsentationsund Veranstaltungsequipment, sowie Besprechungs- und Konferenzräume für gemeinsame Brainstormings, und eine selbst eingerichtete IT Anlage, die in den alten Kabelschächten der RTL Studios untergebracht wurde.
Die gesamte Technik, Werkzeuge und Arbeitsleistung wurden von der Community eingebracht. Für eine solche Transformation über drei Jahre hinweg hätte ein institutionalisierter Kulturbetrieb einen siebenstelligen Betrag, allein für die Arbeitsleistung aufbringen müssen. Beispiele hierfür finden sich genügend, die Jahresetats von entsprechenden Einrichtungen mit vergleichbaren Flächen und mehr als fünf Angestellten sind sechs bis siebenstellig.
In den folgenden Jahren wurden die Strukturen konsequent weiter ausgebaut: Ein Videostudio und ein Studio für digitale Kunst und Design (Mixed Reality) wurde eingerichtet, das Fablab mit 3D Druck und Prototypingmaschinen
kontinuierlich verbessert, sowie in 2020 während der Pandemie ein offenes Studio für Live-Streaming
eingerichtet. Dies ermöglichte einer Reihe von Kulturschaffenden, wie z.B. dem Werkstrand e.V. geplante Veranstaltungen zumindest als Live-Videoveranstaltung zu streamen.
So konnte die Community sogar im Jahr der Pandemie weiteres Wachstum, vor allem überregional, verzeichnen.
Der Aufbau des internationalen Netzwerks, der bereits seit den ersten Tagen rigoros verfolgt wurde, war der perfekte Probelauf für dezentrales Arbeiten in global vernetzten Teams und wurde nun auf die lokale Community übertragen. Die gesamte Technik und Arbeitsleistung wurde von der Community eingebracht. Für eine solche Transformation über drei Jahre hinweg hätte ein institutionalisierter Kulturbetrieb einen siebenstelligen Betrag aufbringen müssen. Beispiele hierfür finden sich genügend, die Jahresetats von entsprechenden Einrichtungen mit vergleichbaren Flächen und mehr als fünf Angestellten sind sechs- bis siebenstellig.

2022 - ende 2024
Mit Abschluss des Jahres 2021 ging die Experimentierphase im Atelierhaus Schützenbahn zu Ende. Zahlreiche Projekte und Konzepte wurden prototypisch getestet und dokumentiert und zahlreiche Best-Practises in den durchgeführten Kunst- und Kulturprojekten identifiziert.
Future Campus Ruhr als neue NPO in Essen setzte sich angesichts der gestiegenen Bedarfe für kreativen Schaffungsraum ambitionierte Ziele: Einerseits die Verstetigung des Atelierhaus als Standort für offenen kulturellen Austausch und als niederschwellige Sandbox für neue Talente. Andererseits die Vorbereitung des Auszugs von Future Campus Ruhr aus dem Atelierhaus zur Erschließung neuer Flächen und Räume um die gestiegenen Bedarfe der kreativen Community in immersiven Medien und digitalen Ausdrucksformen abzubilden.
Zeitgleich mit der Stärkung der lokalen kreativen Community strebte FCR die Einbindung von FCR und ATH in Strukturen der Stadt Essen und Erweiterung des Einflussbereiches innerhalb der Stadtentwicklung an.
Diese innovativen Änderungen innerhalb des Kulturamtes bestärkten FCR darin, die Zusammenarbeit zu vertiefen und nach der ernüchternden Bilanz zur Unterstützung im Experimentierzeitraum neuen Mut zu schöpfen.
Verstetigung ATH: EINE NEUE Community
In der Folge der Gespräche zur institutionellen Förderung von FCR wurde der Stadtverwaltung zum ersten Mal der Zusammenhang zwischen FCR und Atelierhaus, sowie der dortigen Community voll bewusst. Im Laufe der Jahre hat sich um das Haus eine neue, unabhängige Community gebildet, die das Haus nicht nur im Kontext von Projekten von FCR nutzt, sondern eigene Projekte vorantreibt, die durch FCR von Technologie und Wissensvermittlung unterstützt werden.
Erste Gespräche über eine Verstetigung
Um diese Community persönlich kennenzulernen, nahm sich Kulturdezernent Muchtar Al Ghusain einen ganzen Abend Zeit, sah sich die Räumlichkeiten an und stellte sich selbst der Community vor und hörte sich die Bedarfe an. Sein Rat: Institutionalisierung und Gründung demokratischer Strukturen. Und er mahnte: Es würde nicht einfach werden, doch die Community nahm die Herausforderung an. Kurzfristig konnte durch dieses Treffen die Finanzierung für ein weiteres Jahr gesichert werden um Zeit zu geben für die Erschaffung eines neuen Nutzungskonzeptes und Findung von Strukturen.
Im Laufe des Jahres kamen nochmals viele junge ukrainische Menschen ins ATH, die sich dort zu neuen Gruppen zusammenfanden.
Um die digitale und kreative Kompetenz bei den vielen jungen Neuankömmlingen zu verbessern, gaben FCR und das neue Team um ATH zahlreiche kostenlose Workshops für Ukrainische Flüchtlinge. Die Inhalte reichten über die gesamte Bandbreite der Aktivitäten: 3D Modelling und generatives Design, Grundlagen in Gestaltung für Kommunikationsdesign wie z.B. Logodesign, Film und Video Produktion, sowie Postproduktion, Virtual Production, Videomapping, Musikrecording, Podcast Produktion, Siebdruck und vieles mehr. Die Ergebnisse können sich bereits durchaus sehen lassen, auch wenn für viele junge Menschen eher das Experimentieren im Vordergrund stand. Einzelne junge Menschen nutzten die Plattform aber bereits für die berufliche Orientierung.
Digitale Infrastruktur für Kreative
Alle Planungen wurden in dieser kurzen Zeit möglich durch die kostenlose Bereitstellung von IT Infrastruktur für das ATH.
Eigener Cloudspeicher auf einer gemanagten Nextcloud, gehostet beim Hamburger Unternehmen Windcloud, dass mit der Abwärme des zu 100% mit Ökostrom betriebenen Rechenzentrums eine Algenfarm betreibt, beinhaltet zahlreiche Werkzeuge für die digitale Zusammenarbeit: Kollaborative Officetools für das Anlegen von Textdokumenten und Tabellen werden durch eine bekannte Businesskommunikationssoftware für informellen, schnellen Austausch von Informationen ergänzt. Digitale Whiteboard Software, und passendes Präsentationsequipment sowie Computerarbeitsplätze, mobile Workstations zur freien Benutzung ermöglichten Menschen, die keine eigenen Rechner oder Laptops besitzen, sich mit diesen Tools vertraut zu machen.
Möchtest du mehr über das FCR MACHT DER TRANSFORMATION DER ATELIERHAUS SCHÜTZENBAHN 19-21 ?
Wir laden dich ein, unsere Tätigkeitsberichte 2018–2024 zu lesen!
transformation_atelierhaus_2018.pdf
transformation_atelierhaus_2019.pdf
fcr-report-2021.pdf
fcr-report-2022_de.pdf
fcr-report-2023_de.pdf
fcr-report-2024_de.pdf